Moin bunter oder bald bunter Mensch!
Du überlegst also, dir dein erstes Tattoo stechen zu lassen? Finde ich super! Damit du aber auch in zehn Jahren noch happy mit deiner Entscheidung bist, hab ich hier mal ’ne Liste mit 10 Dingen zusammengestellt, die du unbedingt VORHER wissen solltest. Vertrau mir, als Tätowierer in Hamburg hab ich schon so einiges gehört und gesehen.
Also, schnall dich an, hier kommt die ungeschönte Wahrheit!
1. Qualität hat ihren Preis und der lohnt sich!
Klar, Tattoos kosten Geld. Und ja, es gibt immer jemanden, der es „billiger“ macht. Aber mal ehrlich: Willst du bei etwas, das für immer auf deiner Haut bleibt, wirklich am falschen Ende sparen? Ein guter Tätowierer hat nicht nur Talent, sondern auch Ahnung von Hygiene, Farben und der richtigen Technik. Das kostet eben. Sieh es als Investition in dich und deinen Körper. Qualität schlägt Quantität. Immer!
2. Dein Motiv, deine Entscheidung: aber sei offen für Input!
Du hast eine Idee im Kopf? Super! Bring sie mit, zeig sie mir. Aber sei auch offen für die Meinung deines Tätowierers. Wir haben oft jahrelange Erfahrung und wissen, was auf der Haut funktioniert und was nicht. Manchmal müssen Linien dicker sein, damit sie nicht verlaufen, oder Details vereinfacht werden, damit das Tattoo auch in ein paar Jahren noch gut aussieht. Es geht nicht darum, dir deine Idee auszureden, sondern darum, das Beste daraus zu machen. Und wenn dir ein Design nicht zu 100 % gefällt: Sag was! Du musst damit rumlaufen, nicht der Tätowierer.
3. Der Testlauf für dein Motiv: Ab auf den Sperrbildschirm!
Du bist dir unsicher, ob du dein Wunschmotiv wirklich jeden Tag sehen willst? Dann pack es dir für ein paar Wochen als Hintergrund auf dein Handy. Wenn es dir nach einem Monat immer noch gefällt und du dich nicht daran sattgesehen hast, ist das ein gutes Zeichen. Wenn es dich aber schon nach drei Tagen nervt – Finger weg! Dieser Trick hat schon so manchen Tattooneuling vor einem Fehlgriff bewahrt.

4. Ein Tattoo ist ein Gesprächsstarter, ob du willst oder nicht
Besonders bei sichtbaren Tattoos an Armen, Händen oder am Hals: Die Leute werden dich darauf ansprechen. „Was bedeutet das?“, „Tat das weh?“, „Wo hast du das machen lassen?“. Wenn du eher der introvertierte Typ bist, überleg dir gut, wo du dein Tattoo platzierst. Ein Tattoo auf dem Rücken oder der Hüfte ist da vielleicht entspannter als ein fettes Teil auf dem Unterarm. Aber hey, vielleicht ist es ja auch eine gute Übung, um aus sich rauszukommen!
5. Dein Geschmack wird sich ändern und das ist okay!
Was du mit 18 supercool fandest, ist mit 30 vielleicht nicht mehr ganz so dein Ding. Das ist normal! Dein Geschmack entwickelt sich weiter, genau wie du selbst. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du dir ein Motiv aussuchst, das eine tiefere Bedeutung für dich hat oder einfach zeitlos ist. Ein Eulen-Tattoo zum Beispiel steht für Weisheit – und die kommt ja bekanntlich mit dem Alter. Aber hey, selbst wenn du ein altes Tattoo irgendwann nicht mehr so feierst: Es ist ein Teil deiner Geschichte. Und zur Not gibt es ja immer noch die Möglichkeit eines Cover-ups.
6. Partner-Tattoos? Überleg’s dir gut!
Ja, es ist romantisch. Und ja, es zeigt eure Verbundenheit. Aber ich hab schon so einige Liebes-Tattoos mit einem fetten Cover-up überstechen müssen. Wenn ihr euch unbedingt ein Partner-Tattoo stechen lassen wollt, wählt ein Motiv, das auch für sich alleine eine Bedeutung hat. Oder noch besser: Lasst euch einfach zur gleichen Zeit tätowieren, aber jeder sein eigenes Ding. Sicher ist sicher!

7. Die „Nur noch eins“-Lüge: Willkommen im Club!
Tattoos können süchtig machen. Ernsthaft! Kaum ist das erste Tattoo verheilt, juckt es einem schon wieder in den Fingern. „Nur noch ein kleines…“ – diesen Satz hab ich schon so oft gehört. Und zack, ein paar Jahre später ist der ganze Arm voll. Das ist nicht schlimm, aber sei dir dessen bewusst. Dein Geldbeutel sollte es dir danken, wenn du nicht jeden Monat bei mir auf der Matte stehst. Wobei ich mich natürlich freue, dich zu sehen! Meine Frau wollte ja nie ein Tattoo, hat sich dann aber Silvester doch dafür entschieden und gerade plane ich ihr nächstes Projekt 😉
8. Sichtbare Tattoos verändern, wie andere dich sehen
Das ist kein Grund, keine zu bekommen, aber sei dir bewusst: Ein Tattoo an Händen, Hals oder im Gesicht wird dein Leben verändern. Manche Leute werden dich anders behandeln, manche Jobs sind schwieriger zu bekommen. Das ist unfair, aber leider Realität. Wenn du in einem konservativen Beruf arbeitest, überleg dir gut, ob du mit den möglichen Konsequenzen leben kannst. Oder fang erstmal mit Tattoos an Stellen an, die du mit Kleidung verdecken kannst. Du kannst dich ja immer noch steigern! Von Gesichtstattoos außer an den Ohren rate ich übrigens ab. Hals und Hände mache ich dir aber gern, wenn du es dir gut überlegt hast.

9. Vergleiche dich nicht mit anderen, denn dein Tattoo ist einzigartig!
Instagram und Pinterest sind voller krasser Tattoos. Und ja, da ist immer jemand mit einem „besseren“ Tattoo als deinem. Aber weißt du was? Es gibt auch immer jemanden mit einem schlechteren. Das ist völlig egal! Dein Tattoo ist DEIN Tattoo. Es erzählt DEINE Geschichte. Ob es jetzt das technisch perfekteste Tattoo der Welt ist oder nicht – wenn es für dich eine Bedeutung hat und du es liebst, dann ist es perfekt. Lass dich nicht von anderen verunsichern oder unter Druck setzen.
10. Du wirst dein Tattoo vergessen und das ist okay!
Klingt komisch, ist aber so. Besonders bei Tattoos an Stellen, die du nicht ständig im Blick hast (wie der Rücken oder die Hinterseite der Ober- und Unterschenkel), wirst du irgendwann vergessen, dass sie da sind. Sie werden einfach ein Teil von dir. Und das ist doch das Schöne daran, oder? Ein Tattoo ist keine Verkleidung, sondern eine Erweiterung deiner selbst.

Bereit für dein erstes Tattoo?
So, das waren meine 10 Tipps für dich. Ich hoffe, sie helfen dir bei deiner Entscheidung. Wenn du jetzt Bock auf dein erstes (oder nächstes) Tattoo bekommen hast, dann weißt du ja, wo du mich findest. Schreib mir einfach eine Nachricht und wir quatschen über deine Ideen. Ich freu mich auf dich!
Dein Ozzy

