Moin bunter oder bald bunter Mensch!
Es ist DIE Frage, die mir jeder vor seinem ersten Tattoo stellt: „Tut das weh? Und wo tut es am meisten weh?“ Die kurze Antwort: Ja, natürlich tut es weh. Wir bringen schließlich mit Nadeln Farbe unter deine Haut. Aber die lange Antwort ist viel spannender.
Ich bin Ozzy, Tätowierer in Hamburg, und nach tausenden von Tattoos, die ich gestochen habe, kenne ich die Muster ziemlich gut. Schmerz ist zwar super subjektiv – ich hab schon die größten Kerle auf meiner Liege gehabt, die bei einer kleinen Outline am Unterarm gezittert haben, und zierliche Frauen, die eine mehrstündige Session auf den Rippen weggesteckt haben, als würden sie eine Tasse Tee trinken. Trotzdem gibt es klare Tendenzen.
Die Wohlfühlzonen: wo es OFT am wenigsten ziept
Wenn du Angst vor Schmerzen hast oder dein erstes Tattoo planst, sind das die Stellen, an denen du am besten aufgehoben bist:
Äußerer Oberarm – Der absolute Klassiker für Anfänger. Genug Fleisch, wenig Nervenenden. Hier lässt es sich gut aushalten.
Unterarm – Ähnlich wie der Oberarm. Die Außen- und Oberseite sind meistens kein Problem. Die Innenseite in Richtung Armbeuge kann schon fieser werden.

Oberschenkel (Außenseite) – Viel Muskelmasse, relativ unempfindliche Haut. Perfekt für größere Projekte.
Waden – auch hier hast du einen soliden Muskel, der die Nadelstiche gut abfedert. Die meisten Kunden sind überrascht, wie entspannt eine Waden-Session sein kann. Leider ist das aber nicht bei allen so. Bei einigen Kunden taten die Waden auch richtig weh.
Schultern und Schulterblatt – Eine gute Stelle, die Haut ist robust und der Knochen ist gut gepolstert. Aber auch hier gibt es Kunden, bei denen das Schulterblatt eine echt schmerzhafte Angelegenheit ist.
Die Aua-Zonen: wo du die Zähne zusammenbeißen musst
Und jetzt kommen wir zu den Stellen, bei denen selbst hartgesottene Tattoo-Veteranen mal tief durchatmen müssen:
Rippenbogen – Der unangefochtene Champion der Schmerz-Charts. Dünne Haut direkt über den Knochen. Jede Vibration der Nadel spürst du bis ins Mark. Atmen nicht vergessen!

Wirbelsäule und Steißbein – Ähnliches Prinzip. Direkt auf dem Knochen, extrem empfindlich. Wobei … ich hab auch schon Kunden gehabt, die haben das da super ausgehalten.
Füße und Knöchel – Die Haut ist dünn, die Knochen direkt darunter. Viele beschreiben das Gefühl als „glühend heiß“.
Hände und Finger – Sehr knochig und voller Nerven. Zudem heilen Tattoos hier oft schlechter und müssen häufiger nachgestochen werden – also doppeltes Aua.
Hals und Kehle – Extrem empfindlich. Vorne an der Kehle besonders unangenehm. Viele beschreiben ein starkes Kribbeln und Zucken.
Armbeuge und Kniekehle – Sehr weiche, dünne Haut mit vielen Nervenbahnen. Fühlt sich oft brennend oder schneidend an.

Bauch – der Bauch tut richtig fies weh und das eigentlich bei jedem.
Was den Schmerz noch beeinflusst
Es ist nicht nur die Körperstelle, die entscheidet. Deine Tagesform spielt eine große Rolle: Ausgeschlafen, gut gegessen und entspannt? Perfekt! Verkatert, müde oder gestresst? Dann wird es garantiert mehr wehtun.
Die Dauer der Session macht auch einen Unterschied. Die ersten ein bis zwei Stunden sind meistens okay. Danach wird die Haut gereizter, das Adrenalin lässt nach und der Schmerz wird präsenter.
Die Art des Tattoos zählt ebenfalls: Eine feine Fineline-Outline ist weniger schmerzhaft als großflächiges Blackwork oder das Setzen von weißen Highlights am Ende.
Der Zeitfaktor: Am Ende tut es immer mehr weh, je länger ich an einem Punkt tätowiere. Bei einem Fineline-Tattoo ist eine 10 x 10 cm große Fläche in 5 bis 20 Minuten fertig. Bei buntem Realismus dauert es eher 20 bis 60 Minuten.
Ich erinnere mich an einen Kunden mit einem riesigen Rückenteil. Ein Samurai, und es war sein erstes Tattoo überhaupt. Bei jeder Session hat er Hörbücher gehört und war total in seiner eigenen Welt. Er meinte, das lenkt ihn so gut ab, dass er den Schmerz fast vergisst. Finde heraus, was für dich funktioniert: Musik, ein Podcast, oder einfach konzentriertes Atmen.
Die Geheimwaffe gegen Schmerzen: Ozzy! Ich bin König im Bullshit reden und texte dich so zu, dass du den Schmerz fast vergisst. Wenn ich keine schlechten Witze erzähle, kann ich entweder mit dir über Gott und die Welt reden oder dir eine der 1001 Geschichten erzählen, die ich im Repertoire habe. Zum Beispiel etwas aus dem Silmarillion, der Vorgeschichte zu „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“. Ich schaffe es fast immer meine Kundinnen und Kunden so abzulenken, dass es nicht mehr so weh tut.
Am Ende des Tages ist der Schmerz ein Teil der Erfahrung. Er ist temporär, das Kunstwerk auf deiner Haut bleibt für immer. Und das Gefühl, es durchgestanden zu haben, ist unbezahlbar.
Du willst ein Tattoo stechen lassen? Schreib mir auf WhatsApp: 👉 https://wa.me/491749436895
Dein Ozzy

